Rosenschnitt

Der richtige Rosenschnitt für öfter blühende Sorten

 

Rosenschnitt vom Fachmann

Der Rückschnitt ist eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen für Ihre Rosen und beginnt im zeitigen Frühjahr, etwa zur Forsythienblüte. Obwohl viele ihm mit großem Respekt begegnen, ist der Rückschnitt gar keine komplizierte Angelegenheit – und außerdem eine höchst wichtige für Ihre Freude an den Rosen: Schließlich fördert der fachgerechte Rückschnitt der Rosen im Frühjahr ganz entscheidend ihr Wachstum und ihre Blütenbildung.

Durch die neuen Triebe kann sich die Pflanze verjüngen und besser in Form halten. Damit alles klappt und hinterher blüht, haben wir Ihnen hier einfach kurz und bündig zusammengestellt, was beim Rückschnitt zu beachten ist – wobei wir Sie an dieser Stelle gerne auch auf unsere alljährlichen Rosenschnittkurse aufmerksam machen möchten!

  • Planung: Schneiden Sie Ihre Rosen im späten Herbst, ungefähr im November, um etwa ein Drittel zurück, damit sie im Winter nicht so anfällig gegen Windbruch und Schneelast sind. Der Hauptrückschnitt folgt dann im Frühjahr.

  • Geduld: Rosen sollten im Frühjahr – idealerweise zur Forsythienblüte – zurückgeschnitten werden. Je nach Region ist das bereits Anfang März der Fall oder auch erst Ende März bis Anfang April. Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht schon von der Februar-Sonne nach draußen locken lassen und zu früh schneiden, denn durch den Rückschnitt zur richtigen Zeit werden die Pflanzen besonders motiviert, gut und kräftig auszutreiben.

  • Das richtige Schneidewerkzeug: Sie benötigen eine passende Ausrüstung, damit die Triebe beim Schnitt auf keinen Fall gequetscht werden, sondern eine glatte Schnittfläche erhalten. Bei hochwertigen Scheren schneiden Klinge und Gegenklinge aneinander vorbei und drücken nicht aufeinander. Für stärkere Äste sollten Sie eine spezielle Astschere parat haben. Sehen Sie hier unsere Werkzeuge

  • Mut: Trauen Sie sich ruhig, etwas mehr zu schneiden – denn ein guter Rückschnitt regt die Pflanzen zum Austreiben an und fördert die Verzweigung, womit Sie einer Verkahlung von unten her wirksam vorbeugen. Schneiden Sie dabei auch ruhig die Triebe ab, an denen schon neue, rot gefärbte Austriebe sprießen: Viele meinen, sie würden der Rose damit die Kraft nehmen, aber das Gegenteil ist der Fall – vielmehr schenkt man der Rose Vitalität!

  • Der richtige Schnittpunkt: Er liegt idealerweise immer ungefähr 1 cm über dem Auge, das sich ja stets unter einem Blattansatz befindet. Erfolgt der Schnitt zu knapp, besteht Gefahr, dass es eintrocknet. Der Winkel des Schnitts ist am besten ein leicht schräger, wobei Sie nicht darauf achten müssen, ob das Auge nach außen oder nach innen zeigt. Bei großen Beeten wäre das ansonsten sehr mühsam und ausgesprochen zeitaufwändig. Bei Strauch-, Kletter- und Hochstammrosen sollten Sie sich allerdings mehr Ruhe nehmen und etwas genauer schneiden und dann auf das Auge achten das nach außen zeigt.

  • Erinnerung: Denken Sie immer daran, dass die Rose sich in der Höhe verzweigt, in der Sie sie schneiden, denn nach dem Rückschnitt werden die Austriebe je nach Habitus 50, 60, 80 oder sogar 150 cm lang.

  • Sorgfältigkeit: Nach dem korrekten Rückschnitt sind meist keine alten Blätter mehr an den Trieben – falls doch, dann entfernen Sie diese bitte, um eventuelle Pilzbildung zu vermeiden. Gerade bei Kletterrosen sollte man sich die Mühe machen.

  • Pinzieren: Das so genannte Pinzieren erfolgt ungefähr Mitte Mai, wenn die Austriebe kurz vor der Knospenbildung sind. Dies führt zu einer besseren Verzweigung des Busches und verleiht der Pflanze einen stabileren Aufbau. Durch das Entfernen der Neutriebe um etwa die Hälfte blühen die pinzierten Triebe verzögert. Der Zeitpunkt ihrer Blüte verschiebt sich um 2-3 Wochen im Verhältnis zu den ungeschnittenen Trieben. Durch diesen Gärtnertrick verteilt sich die Blüte insgesamt auf mehrere Wochen.

  • Sommerschnitt: Damit öfter blühende Rosen immer wieder neue Blütentriebe entwickeln und der Ansatz von Hagebutten unterbunden wird, sollten Sie die verwelkten Blüten gleich entfernen, damit die Rosen etwa 4-6 Wochen später wieder blühen können – schneiden Sie dafür über dem ersten vollen Laubblatt. Bei Edelrosen entfernen Sie die verwelkte Blüte mitsamt zweier Blätter oberhalb des dritten Laubblattes. Bei büschelblütigen Rosen schneiden Sie zunächst die verwelkte Blüte heraus und schneiden die gesamte Dolde – wenn sie verblüht ist – oberhalb des ersten Laubblattes ab.

 

Zusammenfassung nach Rosengruppen

 

  • Edel-, Beet- und Zwergrosen: Jährlich auf 2-3 oder 3-4 Augen herunter schneiden, was etwa 15-20 cm Trieblänge entspricht

  • Strauchrosen: Strauchartig schneiden, Triebe also an den Seiten etwas stärker zurücknehmen und zur Mitte hin etwas länger lassen. Wenn man im Sommer einen Strauch von rund 150 cm Höhe haben möchte, sollte der Rückschnitt mindestens auf 100 cm erfolgen

  • Kletterrosen: Auch hier einen Teil der jungen kräftigen Triebe in verschieden hohen Stufen zurückschneiden und die kräftigen Triebe waagrecht oder spiralförmig nach oben oder zur Seite führen, damit die Triebe besser verzweigen und die Pflanze nicht von unter her verkahlt

  • Bodendecker- und Kleinstrauchrosen: Je nach Wuchshöhe schneiden Sie diese auf 2-3 Augen stark zurück oder lassen sie etwas länger auf 3-4 oder sogar 4-5 Augen, wenn Sie sie etwas höher und stärker Boden bedeckend möchten. Bei größeren Flächen können Sie diesen Schnitt auch mit der Heckenschere durchführen.

  • Stammrosen: Bei Stammrosen sollten Sie den Austrieb entgegen den anderen Rosengruppen nicht jedes Jahr auf 2-3 Augen einkürzen, sondern nur den neuen Austrieb des letzten Jahres so zurückschneiden, dass sich die Krone jedes Jahr vergrößern und somit ihre besondere Schönheit zum Ausdruck bringen kann – behalten Sie dabei immer eine gleichmäßige Kronenform im Auge! Bei hängenden Sorten haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, starke Haupttriebe stehen zu lassen und nur Seitenverzweigungen und dünne Triebe aus der Basis heraus zu schneiden.